Deammonifikation für eine zentrale Biogas- und Klärschlamm-Anlage in Finnland. Durchgängig stabiler Betrieb seit 2012 trotz anspruchsvoller und stark schwankender Zulaufverhältnisse.

15.02.2019
Die Anlage verarbeitet Reste von Grünabfällen und Lebensmitteln sowie kommunale Klärschlämme in einer mesophilen Faulung mit einer Aufenthaltszeit von rund 40 Tagen. Durch die hohe organische Fracht ist die Belastung des Prozesswassers mit Stickstoff sehr hoch und die typischen NH4-N-Konzentrationen liegen bei 2000 bis 2500mg/l NH4-N.
Da die Anlage das behandelte Abwasser einer kleinen Kläranlage mit nur sehr begrenzter Leistungsfähigkeit zuleitet, bestand die Notwendigkeit einer intensiven Vorbehandlung. Hierzu wurde zunächst eine konventionelle Nitrifikation/ Denitrifikation mit Dosierung einer externen Kohlenstoffquelle (Methanol) betrieben.
Wegen der hohen N-Konzentrationen mussten entsprechend grosse Mengen Methanol (Denitrifikation) dosiert werden, was zur wiederholten Überhitzung (Wärmeentwicklung aufgrund der intensiven biologischen Prozesse) und zum Kollabieren der biologischen Stufe führte. Das konventionelle biologische System (Nitrifikation/Denitrifikation) konnte somit nicht regulär betrieben werden.
Im Jahr 2012 wurde die Anlage auf Deammonifikation (System EssDe®) umgerüstet. Dabei wird der Stickstoff nur teilweise und auch nur bis zum Nitrit oxydiert. Externer Kohlenstoff wird bei der Deammonifikation nicht benötigt. Die Deammonifikation setzt kaum Wärme frei. Zudem ist der Energieverbrauch massiv reduziert. Die Betriebskosten konnten massiv gesenkt werden (die Hälfte der Belüftungsenergie wird eingespart und auf Methanol kann gänzlich verzichtet werden).
Die Anlage erreicht seit der Umrüstung exzellente Ablaufergebnisse mit ca. 95% Ammoniumelimination und über 85% Gesamtstickstoffabbau. Der Betrieb ist von Beginn an stabil und wird von der Anlage im normalen Schichtbetrieb betreut.
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