Glossar



Nebenstrom

Im Nebenstrom (auch als Teilstrom oder Zentrat bezeichnet) werden Prozessabwässer separat biologisch vorbehandelt, bevor diese in den Hauptstrom der Kläranlage eingeleitet werden. Das Prozessabwasser, ist die flüssige Phase aus der Entwässerung des anaerob stabilisierten Schlammes.
Typisch für den Nebenstrom sind hohe Stickstoffkonzentrationen (typisch 600 – 1500 mg N/l) bei einem niedrigen Gehalt an organischen Inhaltsstoffen (BSB5 100 – 200 mg/l) und hohe Temperaturen (> 25˚C).
Das Zentrat kann vorteilhaft in relativ kleinen Reaktorvolumina (oft bei Nutzung von bereits bestehenden, ungenutzten Becken) behandelt werden. Die Stickstoffracht der Gesamtanlage wird damit um 10 – 20% reduziert. Zudem werden Frachtspitzen in den Zeiten der Schlammentwässerung vermieden.
Bei Einsatz der Deammonifikation (EssDe®) erfolgt die Zentratbehandlung besonders resourcenschonend, indem nur 40% der Belüftungsenergie verbraucht werden, die bei konventioneller Nitrifikation aufgewendet werden müssen. Zudem wird kein Kohlenstoff benötigt, da die Deammonifikation die Stickstoffelimination auf autotrophem Wege vollzieht.
Alternativ zur Deammonifikation wurde in der Vergangenheit auch gelegentlich das Strippverfahren eingesetzt. Dies benötigt aber erheblich grössere Resourcen und ist mit der Einführung der Deammonifikation praktisch nicht mehr eingesetzt worden.
Die separate Zentratwasserbehandlung entlastet die Gesamtanlage nicht nur um 10 – 20% der zufliessenden Stickstoffracht, sie verbessert auch das C:N-Verhältnis und ermöglicht damit eine effizientere Denitrifikation im Hauptstrom.


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