Glossar



Rücklaufschlamm (-verhältnis)

Im Belebungsbecken werden die Schadstoffe mit Hilfe der Biomasse abgebaut. Die Biomasse / der Belebtschlamm wird dann in der Nachklärung vom klaren Wasser getrennt, das Wasser gelangt in den Vorfluter und der abgesetzte Schlamm wird als Rücklaufschlamm zurück in das Belebungsbecken gefördert und steht erneut für die biologische Reinigung zur Verfügung. Der Überschussschlamm als Endprodukt der biologischen Reinigung gelangt zur Schlammbehandlung.

Um im Belebungsbecken die gewünschte Schlammkonzentration einhalten zu können, muss der in der Nachklärung abgesetzte Schlamm in das Belebungsbecken zurück gefördert werden. Würde sich der Schlamm in der Nachklärung auf das Doppelte der Konzentration im Belebungsbecken eindicken, dann müsste der Rücklaufschlammstrom gerade so groß sein wie der Zulauf, um die Schlammkonzentration im Belebungsbecken auf dem Sollwert zu halten
Sehr oft dickt der Schlamm in der Nachklärung aber sehr viel schlechter ein. Dann muss entsprechend mehr Volumen zurück gefördert werden, um die erforderliche Schlammasse zurück in die Belebung fördern zu können. Wird die Belebung zum Beispiel planmäßig mit 2,7 kg/m3 betrieben und dickt der Schlamm in der Nachklärung nur auf 3,5 kg/m3 ein, dann müssen statt 100 % Rücklaufschlamm nun 340 % des Zulaufes zurückgeführt werden.
Dies bedeutet zunächst erhebliche Energie- (Pump-) kosten. Im Vergleich zu „normalem“ Eindickverhalten des Schlammes auf ca. 5,4 kg/m3 werden gerechnet auf einen Zeithorizont von 30 Jahren 4,5 Mio. € zusätzliche Pumpkosten erforderlich.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Wirkung der Nachklärung entscheidend von der hydraulischen Belastung abhängt. Wenn also statt einer hydraulischen Belastung von 2 (Zulauf = 1 und Rücklaufschlamm = 1) nun eine hydraulische Belastung von 4,4 (Zulauf 1 und Rücklaufschlamm 3,4) vorhanden ist, dann wird die Nachklärung um deutlich mehr als das doppelte belastet.
Nun geht ein schlechtes Eindickverhalten in der Nachklärung aber immer einher mit einem schlechten Schlammindex, also einem schlechten Absetzverhalten. Wenn nun die Nachklärung nicht nur einen Schlamm mit schlechtem Absetzverhalten zu bewältigen hat, sondern die hydraulische Belastung gleichzeitig um ein Mehrfaches grösser wird, dann sind die Leistungsgrenzen schnell erreicht und Schlammverluste und schlechte Ablaufergebnisse sind die unausweichliche Folge.
Ein schlecht absetzender Schlamm führt zu einem höheren Rücklaufverhältnis und somit zu einer höheren hydraulischen Belastung und somit zu großen Problemen.
Eine dauerhaft gute Schlammabsetzbarkeit ist die zentrale Größe einer gut funktionierenden Belebungsanlage.



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