Glossar



Schlammeindickung

Der Überschussschlamm wird in nur geringer Konzentration (3 – 10 kg/m3, also 0,3 – 1,0 %) aus der Nachklärung abgezogen. Um die nachfolgenden kostenintensiven Behandlungsstufen (Faulung, Entwässerung) wirtschaftlich bauen und betreiben zu können, muss der Schlamm zunächst eingedickt und das Volumen deutlich reduziert werden. Verschiedene statische und mechanische Verfahren (z.B. Bandeindicker, Scheibeneindicker) kommen zum Einsatz. Gute Ergebnisse, also hohe TS-Gehalte erreicht man unter Zusatz von Polymer.
Neben der maschinen- und verfahrenstechnischen Gestaltung der Eindickung ist vor allen Dingen die Schlammcharakteristik entscheidend für das Eindickergebnis. Kann in der biologischen Stufe ein kompakter, idealerweise ein granularer Schlamm erzeugt werden, so lassen sich bei deutlich reduziertem Polymerverbrauch erheblich bessere Eindickergebnisse erzielen.
Beispielsweise wurde bei einer Anlage (100‘000EW) ein Eindickergebnis von 4,5% bei konventionellem Betrieb der Belebungsanlage erzielt bei Zugabe von 4 kg/t Polymerwirksubstanz. Nach Umrüstung der biologischen Stufe auf das System S::Select®, bei dem ein granularer Schlamm erzielt wird, konnte bei gleichem spezifischen Polymereinsatz dauerhaft ein Ergebnis von 7% TS erzielt werden. Also wurden bei vergleichbarem spezifischen Polymerverbrauch, 35% weniger Schlammvolumen produziert.
Dies ist im Hinblick auf die nachfolgenden Stufen von erheblicher Bedeutung. 35 % weniger Volumen müssen erwärmt werden (mesophile Faulung) und die Aufenthaltszeit in der Faulung ist entsprechend länger.
Die längere Aufenthaltszeit in der Faulung bedeutet einen höheren Stabilisierungsgrad des Schlammes und mehr Faulgas, daraus folgend eine bessere Entwässerbarkeit und in Summe deutlich weniger Schlamm, der heutzutage über der kostenintensiven Verbrennung zu entsorgen ist.



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